Samstag, 24. Januar 2009
 
Vorwärts zur Bundes-Pflegeombudsstelle! PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Augustin   
Freitag, 9. November 2007

Der ehemalige Unfallchirurg Dr. Werner Vogt war als Pflegeombudsmann der Stadt Wien zu erfolgreich – 2200 Interventionen in drei Jahren! – und zu systemkritisch zugleich. Ein Jahr nach der Liquidierung dieser Anlaufstelle zieht Werner Vogt in einem dreiteiligen Augustin-Interview Bilanz. Und erklärt, warum er auf der Homepage des Sozialministeriums nach wie vor als Pflegeombudsmann geführt wird.


Teil eins des Gesprächs ist im aktuellen Augustin(Nr.215) nachzulesen. „Alle Gründe, die offiziell genannt werden, warum die Ombudmans-Stelle abgedreht wurde, sind falsch. Auch, dass unsere Einrichtung mit der Patientenanwaltschaft zusammengelegt wurde und auf diese Weise weiter lebe, ist eine Lüge. Es ist schlicht so, dass ich der Stadträtin Brauner auf die Nerven gegangen bin. Vor allem meine Art, mit den Realitäten in Lainz und anderswo in die Öffentlichkeit zu gehen, hat sie nicht ganz ausgehalten. Deswegen hat sie das Ombuds-Amt liquidiert“, sagt Vogt. Sein Buch „Reise in die Welt der Altenpflege“ habe Brauner als Angriff auf die Stadt empfunden. Im Übrigen habe er bei Antritt der Ombudsmannstelle geahnt, verriet Vogt im Augustin-Interview, dass das Rathaus eine derartige unabhängige Kontrolle der Altenpflegeanstalten auf die Dauer nicht akzeptieren werde.

Noch als Pflegeombudsmann der Stadt Wien war Vogt vom Sozialministerium gebeten worden, das so genannte Pflegetelefon einzurichten. Werner Vogt: „Ich habe einen Vertrag bis Ende 2008, und ich heiße auch so: Pflegeombudsmann am Pflegetelefon. Man wollte den Namen beibehalten, weil er nun einmal bekannt ist. Ich mache dort im Grunde genommen das gleiche wie vorher, unter anderen Bedingungen.“

In der nächsten Ausgabe des Augustin(Nr.216) erläutert Dr. Werner Vogt , warum er für die Errichtung einer Bundespflegeombudsstelle kämpft. „Ich bin einmal zu den Konsumentenschützern gegangen und hab gesagt: Ich verstehe das nicht, die Alten zahlen für ihre Versorgung viel Geld und sollen jetzt auch noch zusätzlich bezahlen, das sollte doch eine Angelegenheit des Konsumentenschutzes sein, wieso macht ihr nichts? Und sie haben erwidert, ja, das stimmt. So ist eine Gesprächsrunde mit Einbeziehung von Sachwalter entstanden. Gegen eine Bundespflegeombudsstelle wurde eingewandt, Pflege sei Landessache. Diese scheußliche Zerteilung gibt’s ja wirklich. Aber es gibt jede Menge Bundesgesetze, die massiv in das Pflegen eingreifen: das Aufenthaltsgesetz, das Heimvertragsgesetz, das Sachwaltergesetz, das Konsumentenschutzgesetz. Das Heimaufenthaltsgesetz mit der Bewohnervertretung zählt ja zu den wenigen wirklichen Fortschritten der letzten Jahre. Aber niemand kümmert sich um die Umsetzung. Es gibt Heimverträge, die gesetzwidrig sind, oder Heimverträge, die zwar in Ordnung sind, aber nicht eingehalten werden.“

Im dritten Teil des Gesprächs, das Bärbel Mende-Danneberg mit Werner Vogt führte, geht es um Vogts Engagement zur Aufdeckung der Rolle des Spiegelgrund-Euthanasiearztes Heinrich Gross.

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